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Risikolebensversicherungen: Gute Ergebnisse, aber Kritik an der Branche
Das Analysehaus Franke & Bornberg hat den Markt der Risikolebensversicherungen erneut unter die Lupe genommen. Trotz einer wachsenden Anzahl an Verträgen – im Vorvorjahr stieg der Bestand um 4,34 Prozent auf fast 9,9 Millionen Verträge – bleibt die Branche aus Sicht der Analysten hinter den Erwartungen zurück. Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke & Bornberg, kritisiert die Versicherer scharf: „Trotz der großen Verbreitung sehen wir bei den Versicherern in den letzten Jahren wenig Ehrgeiz, den gestiegenen Erwartungen von Verbrauchern gerecht zu werden.“
Ein zentraler Kritikpunkt ist die mangelnde Anpassung an den neuen Höchstrechnungszins von 1 Prozent. Viele Versicherer hätten dies nicht als Anlass für Tarifänderungen genutzt, was laut Franke ein Zeichen für fehlendes Engagement sei. Die Branche wirke insgesamt „erstaunlich ambitionslos“, so seine Einschätzung.
„Je flexibler eine Risikoversicherung, umso besser schützt sie in jeder Lebensphase.“ – Michael Franke, Franke & Bornberg
- Bestand an Risikolebensversicherungen wuchs um 4,34 Prozent auf fast 9,9 Millionen Verträge.
- Kritik an mangelnder Anpassung an den neuen Höchstrechnungszins von 1 Prozent.
- Branche zeigt wenig Ehrgeiz, den Erwartungen der Verbraucher gerecht zu werden.
Bewertungssystem und neue Kriterien
Für das aktuelle Rating hat Franke & Bornberg 103 Tarife und Tarifvarianten von 56 Gesellschaften untersucht. Dabei wurden 36 Kriterien herangezogen, die aus Kundensicht gewichtet wurden. Die Bewertung erfolgt auf einer Skala von „FFF+“ (hervorragend) bis „F-“ (ungenügend). Neu in diesem Jahr ist die Nachversicherungsgarantie bei Kauf oder Finanzierung einer Immobilie, während die Überprüfung des Nichtraucherstatus während der Laufzeit gestrichen wurde.
Die Analysten betonen, dass die Qualität der Tarife anhand von Mindeststandards und einer differenzierten Skala bewertet wird. Besonders wichtig sind kundenfreundliche Verlängerungsoptionen und die vorgezogene Todesfallleistung, die eine Auszahlung der Versicherungssumme bei einer Lebenserwartung von weniger als zwölf Monaten garantiert.
- 103 Tarife von 56 Gesellschaften wurden nach 36 Kriterien bewertet.
- Neue Kriterien wie die Nachversicherungsgarantie bei Immobilienkauf eingeführt.
- Vorgezogene Todesfallleistung als Mindeststandard für Top-Bewertungen.
Die besten Risikolebensversicherungen 2025
Die Spitzengruppe der besten Tarife wächst: 28 Produkte (27,2 Prozent) erhielten die Bestnote „FFF+“, was einem Zuwachs von 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch die zweithöchste Bewertung „FFF“ (sehr gut) konnte mit 12,6 Prozent zulegen. Insgesamt zeigt sich ein solides Niveau, jedoch bemängeln die Analysten, dass es zu wenige Spitzenergebnisse gibt.
20 Versicherer konnten mindestens ein Produkt mit der Bestnote „FFF+“ platzieren. Dazu gehören unter anderem Allianz, CosmosDirekt, Hannoversche und Zurich. Dennoch schaffen es fast die Hälfte aller Tarife nicht in die Spitzengruppe, da es ihnen an Flexibilität mangelt. Besonders Nachversicherungsgarantien ohne Gesundheitsprüfung bei Lebensereignissen wie Heirat oder Geburt werden als entscheidend angesehen.
Bewertung | Anteil der Tarife |
---|---|
FFF+ (hervorragend) | 27,2 % |
FFF (sehr gut) | 12,6 % |
- 28 Produkte erhielten die Bestnote „FFF+“ (Zuwachs von 4,0 Prozent).
- 20 Versicherer bieten mindestens ein Produkt mit der Bestnote an.
- Flexibilität und kundenfreundliche Optionen sind entscheidend für Top-Bewertungen.
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